Naturheilpraxis mit Traumaaufstellungen | Traumatherapie

Ich möchte Ihnen kurz etwas über meine Geschichte erzählen.

Gelernt habe ich Krankenschwester, und als meine Kinder noch klein waren und ich wieder anfing, zu arbeiten, waren Nachtdienste das, was ideal erschien. Es fiel mir von Anfang an schwer, ich war nie Nachtmensch, aber es gab die Nachtzulagen noch und nachts waren die Stunden leichter zu arbeiten, so daß die Kinder meist gar nicht merkten, wenn ich fort war. Wenn sie morgens im Kindergarten und später in der Schule waren, schlief ich. Mit jedem Jahr fiel es mir schwerer, durch sogenannte "Synergieffekte" kam es, daß ich für das gleiche Geld sehr viel mehr Nächte arbeiten mußte, Personal wurde eingespart, der einstige Idealismus war längst verschwunden und ich suchte nach Möglichkeiten, dem zu entfliehen.

Dann stand ich "zufällig" auf einer Liste für eine Fortbildung, die sich mit traumatisierten Menschen beschäftigt. :-)

Was ich von sogenannten "Zufällen" halte, darauf bin ich ja auf der Startseite schon eingegangen.

Ich suchte nach einer Möglichkeit, wie ich wirklich ganzheitlich mit Menschen arbeiten kann. Ich habe gute Methoden, die auch wirkungsvoll sind, aber letztendlich gehen sie auch nicht an den Kern der Sache. Ich habe körperlich verträglichere Methoden, aber eigentlich eben auch nur für eine Symptombehandlung. Aber mein innigster Wunsch ist es, Menschen zur Selbsthilfe Anleitung zu geben und Hilfe anzubieten.

Als ich die Traumaaufstellung in dieser Art kennen lernte, hatte ich schon einige Erfahrungen in der klassischen und systemischen Familienaufstellung (leicht zu gogglen ;-.) ) und war anfangs erstaunt, später begeistert, zu sehen, was sich mit dieser noch recht neuen,von Prof. Dr. Franz Ruppert entwickelten Arbeitsweise, bewegen läßt.

Das Ziel der klassischen Aufstellungsarbeit ist es, eine Ordnung im Familiensystem wiederherzustellen. Ziel der Traumaaufstellung ist es, mit SICH SELBST wieder in Kontakt zu kommen! Durch traumatische Erlebnisse im Leben - und traumatische Erlebnisse sind da, wo man sich einer Situation hilflos gegenüber gefühlt hat - spaltet man einen Teil von sich ab. Prof. Dr. Franz Ruppert nennt diesen Teil den Traumaanteil, ein Überlebensanteil bildet sich heraus, der versucht, jeglichen Kontakt mit dem traumatisierten Anteil zu vermeiden und einen gesunden Anteil gibt es auch in jedem Menschen. Ziel ist es nicht, heil zu werden, denn das frühere Geschehen läßt sich mit keiner Methode der Welt ungeschehen machen. Ziel ist es, den abgespaltenen Anteil wieder zu integrieren.

Denn auch, wenn die Gefahr längst vorüber ist, bleibt die Spaltung bestehen und damit ergeben sich häufig schwierige Situationen im Kontakt und Umgang mit anderen Menschen, Krankheiten können entstehen und seelische Symptome machen sich bemerkbar.

Eine Traumaaufstellung ist dann angeraten, wenn man schwer nur mit Gefühlen umgehen kann, wenn man Angst hat, Nähe zuzulassen oder Nähe gundsätzlich nicht zulassen kann, wenn familiäre Bindungen einen hindern, ins Leben zu gehen, wenn man immer wieder von Depressionen geplagt wird, wenn sich psychische Auffälligkeiten zeigen, wenn man immer wieder "die gleichen Fehler und Verhaltensweisen" zeigen, wenn Ängste das Leben bestimmen, wenn man perfekt sein will und es trotzdem noch nicht reicht...

Diese Liste könnte ich noch sehr lange fortsetzen. Überall da, wo die Seele nicht wahrgenommen wird, wo sich Verhaltensweisen und andere Symptome zeigen, mit denen man nicht glücklich ist, kann eine Traumaaufstellung der hilfreiche erste Schritt sein - der Schritt hin ins Leben, der Schritt endlich auf sich zu!

 

 

Ziel der Traumaaufstellung ist demnach, sich der eigenen seelischen Spaltung bewußt zu werden und ein Kontakt mit dem abgespaltenen Anteil zu bekommen, denn auch der abgespaltene Anteil hat gesunde Strukturen und Recourcen, die für den betroffenene selbst wichtig sind und die er nutzen kann um ins Leben zu kommen!

 

Seit März 2010 habe ich die Weiterbildung in der Mehrgenerationalen systemischen Psychotraumatologie (MSP) nach Professor Dr. Franz Ruppert mit dem Erhalt eines Zertifikats beendet :-)

 

Ich wurde gefragt, warum ich diese Arbeit überhaupt mache, es ist, als ob man in die Hölle hinabsteigt und die Qualen "von damals" noch einmal erlebt. Aber man bringt mehr mit als den alten Schmerz - nämlich den gesunden Anteil, der zusammen mit dem traumatisierten Anteil verloren ging. Und für den lohnt sich das alles, denn damit bekomme ich Kraft, Resscourcen und Energie, die mir damit wirklich zur Verfügung stehen!

 

Eine Kollegin, die mit mir die Weiterbildung gemacht hat, hat es sehr treffend formuliert. Mit Ihrer Genehmigung darf ich ihren Text hier veröffentlichen: 14.03.2010/11:00 Uhr Ich bin gestern auf "Öl gestoßen". Ich habe den größten Schatz in mir finden und FÜHLEN können: MICH SELBST - pur, unvermischt - MICH IN MEINER REINFORM. Ich fühle mich wie ein Pionier, wie jemand, der als erster Mensch den Mond betreten hat. Heute bin ich 32 Jahre alt und durfte mich gestern zum ersten Mal WIRKLICH SPÜREN. Nachdem die Schichten, die mich von mir selbst getrennt haben, fallen durften, wurde mein Innerstes von MIR, von meinem wahren Kern gefüllt. Nun weiß ich, was es bedeutet, in sich zu Hause sein, sich selbst zu gehören, sich als eine Einheit zu empfinden - körperlich und seelisch. Es waren keine Fremdeinflüsse in mir - weder in meinem Kopf, noch in meinem Körper, noch in meinen Gefühlen. Ich war so glücklich, mich selbst wieder zu finden und wieder haben zu dürfen! Ich kenne nun den Unterschied, dass vordergründige Ruhe und Nicht-Empfinden-von-Schmerz nicht gleichzusetzen ist mit echter Gesundheit. Das eine ist Abwesenheit von Schmerz, aber auch Abwesendheit von anderen Empfindungen.Es ist nur ein Vorgaukeln von Stabilität. Das, was ich gestern erfahren durfte, war voller LEBEN - Kraft, Klarheit, ein Gefühl von Einheit. Das, was war, war einfach nur Ich! Ich bin traurig darüber, dass der Zustand nicht lange angehalten hat. Ich bin traurig darüber, dass ich mich bisher nicht haben durfte, dass durch die schlimmen Dinge, die mir widerfahren sind, der Zugang zu meinem Selbst verschlossen wurde. Ich stelle mir vor, wie es gewesen wäre, mit dem Empfinden von gestern aufgewachsen sein zu dürfen, in diesem Zustand HEUTE leben zu können, glücklich zu sein, IN MIR SELBST zu wohnen und diesen Platz in mir mit niemand sonst teilen zu müssen. Was für ein Potential, was für eine Befreiung! Um zu mir selbst zu gelangen, bin ich durch die Hölle gegangen. Körperlicher, unerträglicher Schmerz, Angst, die das gesamte Wesen ergreift. Ich bin stolz auf meinen Mut und, dass ich diesem tiefen Wunsch - dass irgendwo in mir drin irgendwas Wunderbares noch sein muss - nachgegangen bin.

 

 

Sich zu spüren, wird oft damit umschrieben, "in der eigenen Mitte zu sein". Es wird z.B. meditiert, um zur Ruhe zu kommen. Es wird versucht, Harmonie einzurichten, in das Chaos, das in einem herrscht. Als Ziel gilt oftmals, eine völlige Leere herzustellen, um damit vermeintlich zu sich selbst zu gelangen. Harmonie ist nicht gleich Selbstannäherung. Diese Art von Harmonie ist Herstellung eines betäubten Zustands, in dem wenigstens für kurze Zeit die o.g. vordergründige "Ruhe" empfunden wird. Sie ist aber nicht Gesundheit, wie ich es gestern erfahren durfte. Denn GESUND zu sein, ist vor allem LEBENDIGKEIT. Und sie ist der wahre Zustand von SICH-SELBST-SPÜREN. In dieser Lebendigkeit ist alles enthalten: Schmerz wie Freude, Wut und Liebe - ohne Wertigkeit, ohne den Impuls, sie zu hinterfragen. Sie sind da, gehören zu einem und lassen den Menschen LEBEN. Lebenslust, Lebensfreude hängen damit zusammen, sich in ALLEN seinen Facetten zu erfassen, anzuerkennen und zu fühlen. Und all diese Facetten bilden ein EINHEITLICHES ICH, das gefüllt ist mit LEBEN und nicht Leere. Der Weg dahin? Mut, Bereitschaft, sich auf sich einzulassen, die unangenehmen Dinge - wie Schmerz und Trauer - zuzulassen und sich auch davon ausfüllen zu lassen. Ohne diese Anteile sind wir niemals ganz. Und das Wegschieben dieser schmerzhaften Gefühle ist Verleugnen der eigenen Geschichte, ist Verrat an der eigenen Wahrheit und Verrat an der eigenen Person. Lebendigkeit ist Bewegung und Regung und Fülle - und nicht, wie schon oben gesagt, vordergründige Ruhe und Abwesenheit von Schmerz, die das unsortiere Chaos kurzfristig betäuben.

 

Gesunder Anteil ist nicht gleich unbeschädigter Anteil. Wenn wir geschädigt sind, sind wir geschädigt. Und der gesunde Anteil ist der, der anerkennt und fühlt, was gewesen ist - mit allen schädigenden Ereignissen. Er steht zur Wahrheit und blendet nichts aus: weder Schmerz noch Angst, nocht Trauer. Gesunder Anteil kann genau differenzieren, was wahr und was unwahr ist, was Illusion, was Realität. Er registiert Gefahr, Schmerz und Bedürfnisse und reagiert entsprechend auf sie. Gesund zu sein bedeudet nicht Schmerzfreiheit oder Betäubung, sondern wahrnehmen und spüren. Gesunder Anteil reagiert auf Schädliches von Außen z.B. mit körperlichem Schmerz oder Anzeigen von Angst in Gefahrensituationen oder Aggression, da wo wir uns zur Wehr setzen müssen, mit Trauer bei Verlust, mit Zorn bei Ungerechtigkeiten. Gesunder Anteil geht mit der Realität und reagiert adäquat, mit ALLEN Gefühlen, die uns zur Verfügung stehen. Er ist LEBENDIG, mit allem was dazugehört... Denn GESUND zu sein, heißt zu L E B E N und sich L E B E N D I G zu fühlen!

 

Valentina Bork

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Navigation