winterlich

Schlafwarm gefaltete Haut
trägt Nacht.
Ins jünger Werdende. 
Jahrein und jahraus.



dass die welt sich zusammenhält und teilt immerzu.
das einemal wahr. das anderemal so übermüde.

die schiene, die weiche, zwei züge ...

über dächer fällt der schnee.
darin laufen katzen: es bliebe.

wir meinen: geh.
an einer stillen stelle aber: weh.



in fehlenden zügen






so kann ich nicht anders, wie jedes
nur wieder in die alles gestaltenden flüsse
fahren und drehen die räder wie munter
                                             geschaute
in leichtere lüfte aus verlässlichen tagen
steigende drachen.
über erdige wiesen, die ich weit ging. im spiel,
und sommerüber wir unüberhörbar weilten.
in restlose bilder. wir verschneiten
zu weilen im rädergang des fallenden winters
                                 und dunkelgerahmte
.





Ich bin so ausgefüllt von dir, ...




(fernen)



wo wir wie verwintert stehn. der stille raum sich uns verwehrt.
in farben eines kindes und wie ein wind ein traum
an deine düstren fenster kehrt.




und wie gesang, und regen, der in schalen klingt. so silbern
dich und einsam fing. und mich allmählich mehr noch weiß:
die ferne, die sich mir entzieht und aus meinem herzen streicht

mit jedem atemzug, der durch die weiten räume streift. losgelöst
vom äußren sein – mein innres sich so in die züge dreht, und 
in die richtung, die mich meint,

um bei den fischen dann
allein zu sein.



Bilder



dein müdes lachen
liegt wie stummer traum.
nichts wissend. ewig
dauernd grau.

tut herbst und wort und wind.
und findet schön. und traurig oft
um deinetwillen, alle amseln schwarz.

verfallen nimmer-schnee. ach gram
und weh, und niemands-baum.
träume-schöner. dunkler saum ...

keines-blättlein geigenjammer

wies beinah spricht - und seufzt
doch nur verstohlen leis am tisch



Nichts anderes, nicht mehr



kaum ein tag, eine stunde umgeben
von nichts außerhalbes. nur das 

mit der ganzen geschichte. 
die deinem trommelton gleich 
mich tanzt 

das zauberisch nagende, wo
ich sonderbar dem verdrossenen sommer 
die heuberge band, wenn stille einfuhr
und nachts dann 

die schwersonnig geschnittenen felder -
wir hörten so voneinander mit dem meergeräusch
das altbekannt grüßt, dass

ein rotes mich meint, und die krankheiten,
folien und fisch 

dem klarenden himmel 
fernem ohr und gewaschnem gesicht.


Wenn



alles an dir

schläft in die veränderlich beengten räume, das gebüntelte
licht, in stützhölzer geschlagen (zu keinem
anderen ort).

immer die knoten. die 
einen, und anderen. am laufenden 
band. die sich aufmachen unter den fenstern.

und immer ein glückswurf. vom reden, das
was sich aufs spiel setzt, bis vor die hunde.

brennt etwas unter den nägeln
mit köpfen, gegen den Wind.






aus sichten

so bliebe ich gern zu zeilen
allnächtlicher gelächter. ein immerso
bis zum nahtlosen rand. im geweiteten bett
aus straßengelichter und was sonst
noch so brennt. - und jeder hat sein glas auf
irgendetwas abgestellt, dass sich´s
wieder so und so in jahreszeit und geräumlichkeiten hält:

in die freilichen zimmer laufenden bandes. ein löffel
für suppe, zum graben - ein leichtes
zum fischen, und salz auf die wunden

fingerspitzen am unteren nabel; im anflug die karte. bevor
der ganze plan in die klaviere zerfällt
und warten ist, und zugedrücktem auge
aufgestellt. in muscheln und steine und andere
teile, bis ein rotgefaltetes boot, sich wieder sichtbar
ins horizontale verhält.
 


 
Naturgröße


Liebesnacht


Ich bin das Spiel, und du das Tier.
Das zärtlich und bedenkenlos
nur das Zimmer weiß -

in stillerer Erfahrung
wiegt. In schlanken Lerchen,
Wind und Duft.

Aus fernen stillen Gärten
scheu noch schwer,
und nicht da ist, es zu fassen;
fallen Kleider, fällt der Tag in Schlaf

und tiefe See - mündiger in Sängen.
Und anschmiegsamer im Fliehn.

Weitgereister in Gewahrung, in das Licht,
in das Zärteln jener Hände, die
die Schöne in die Spiegel flicht,

in Atmen und in Schrein,
und im Sterben, verhaltner Sänfte, ewig,
ewig, und immer wieder neu durchlebend, dein -

Und aus Bildern wie verängstigt,
zaudernd erst, verwahrend bald
wie Fremde sich erwarten, im Berühren
und kaum wahr des Augenblickes Wiederkehr,
sich hinhält, ahnt und weint.


 
Wenn

 


schlaflied

wurdest wach von der tür - du last vaters schritte vom boden
durchs spaltbreite fiel licht - das maunzen streunender katzen,
wie weinende kinder

und du weißt nicht wohin mit dem schlaflied
unter der decke und denkst dich schon aus,
dass du noch kannst, bis zum schlaf


hörbar
verborgen

im herzen
verloren
bin in deinem schoß
vergessen
in deinen träumen ein

dein bin ich
vom anders sein 
im grau
 




unter verdacht


weil ich dich liebe, sitzen wir fest.
genau hier an dieser stelle, die
zu zählen. etwas. zu erfahren, immer.

immer etwas zu unten und obenauf
-geworfenen leinen.

die wundgelaufnen katzensprünge
im grunde. das etwas war.

niemals ganz leer. ein zug
noch. ein brief, auf der lippe
eine zeile, dann

nichts mehr.
 



bei nacht und nebel
 


ich bin noch wunderbar traurig.


und bin bei nacht. steigt
in die bäche der winter
nah mir auf dem weg

und von allem grund
getaut, den schweren, nassen schnee
steht da ein baum

und hier und da trauriggelb
ein büschel gras. - er hat ein hemd

geweht, hat unter bäumen weh, ein wehen
sanft gelegt blättertraurig vorig altes jahr

und steht ein reh - ein haus
und wellen in den see getaut 
unter allem wind
 


im gespräch
 



du
 














 

Navigation

 
sachten

fäden - ihr fingerleichten
zögernd vom mund

ach, wäre jetzt die sekunde
noch zwei drei 
stunden weit

in den alten nischen lägen wir
bei den festen eng verschlungnen
bis zur nächsten tür


 
Halten