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" Wesens-Ich und Welt-Ich sind so verflochten, dass das Wesens-Ich im Welt-Ich gefangen ist,
denn das Welt-Ich dominiert. Das Wesens-Ich muss uns bewusst werden.
Wir müssen innerlich einen gewissen Abstand zu uns selbst finden.
Wenn wir diesen Abstand nicht gewinnen, dann ziehen wir unser Wesens-Ich irgendwo hinein.
Dann machen wir es abhängig von unserem Welt-Ich und sind in einem ständigen Dualismus.
Und dieser Dualismus kann unter Umständen das sein, was man ein schlechtes Gewissen nennt.
Es geht darum, dass wir an der Evolution der Menschheit teilhaben und
als Glied dieser Menschheit unseren Nachkommen eine höhere Menschlichkeit hinterlassen."
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LEBEN UND WERK
Hellmut Wolff wurde am 30. März 1906 in Italien (Sirmione) geboren. Er verstarb am 23. März 1986. In eine Offiziersfamilie hineingeboren, durchlief er seine Schul- und Studienzeit, bedingt durch die oft wechselnden beruflichen Standorte seines Vaters, an den verschiedenen Bildungsstätten in Deutschland, so in Karlsruhe, Freiburg, Tübingen und München. An Stelle seines anfänglichen Wunschstudiums, der Theologie, trat die Heilpädagogik. Auf diesem Weg erkannte er sehr bald die Notwendigkeit der Einbeziehung metaphysischer Gesetzmässigkeiten in jeden Heilprozess. Es begannen philosophische Studien und eine intensive Beschäftigung mit grenzwissenschaftlichen Gebieten, um seine heilpädagogische Tätigkeit sinnvoll zu ergänzen. Seine Studien auf den spezifischen Geistesgebieten sind vor allem autodidaktischer Natur. Er arbeitete unermüdlich an diesen Studien und an der Vervollkommnung seiner Sprache und seines sprachlichen Ausdrucks. Hellmut Wolff war ein Sprachgenie und hat mit seinen klaren Worten, aus seiner Ewigkeit, die Menschen in ihrer eigenen Mitte, in ihren Herzen berührt.
Ende der vierziger Jahre begann Hellmut Wolff mit seiner Vortragstätigkeit in Augsburg, Stuttgart, Nürnberg, München wie auch in der Schweiz und in Österreich, die er bis zu seinem Heimgang unermüdlich in einer seelsorgerischen Weise betreute. Durch seine Sicht für die großen Zusammenhänge wurde er zu einem Brückenbauer zwischen östlichem und westlichem Geistesgut und trug dadurch sehr wesentlich zum Aufkeimen eines neuen Bewusstseins bei. Es war für ihn eine tiefst innerliche Frage: geht es mir wirklich darum, meine Mitte zu finden? Geht es mir wirklich darum, wesentlich zu sein? Denn meine Mitte ist mein Wesen und mein Wesen wird von Gott gebraucht.
Da es über sein Leben keine Biographie gibt, wollten die Menschen doch mehr über sein Leben erfahren. Dazu hat Hellmut Wolff gerne Antwort gegeben, auf seine Weise.
Fragen an Hellmut Wolff:
Frage: Ist es indiskret, wenn Sie uns ein klein wenig über sich erzählen, denn es gibt ja keine Biographie über Sie?
Antwort: Natürlich können Sie Fragen stellen über mein Leben, über meine Existenz, aber das Entscheidende liegt ja auf einer anderen Ebene. Wenn man über eine Person etwas aussagt, so kann man die vordergründige Person mit ihrem persönlichen Lebenslauf in Augenschein nehmen. Aber die Persönlichkeit ist etwas Flüchtiges. Sie ist nicht das, was sich im Geiste ausdrückt. Wenn man sich an die Persönlichkeit klammert, dann geht man an dem eigentlichen Menschen vorbei. Das, was ich Ihnen zu geben habe, kommt eben von jener Erkenntnisseite her, von der ich schon des öfteren gesprochen habe, und hat an sich mit dem vordergründigen Menschen, der dieses und jenes in seinem Leben getan hat, gar nichts zu tun. Es geht also nicht um die Persönlichkeit, sondern es geht um die Person. Und das ist es, was meine Vorträge selbst aussagen. Das Entscheidende meines Wirkens ist, dass die Menschen irgendwie zu einem Umdenken in ihrem Bewusstsein kommen, denn wir sollten von einer anderen Perspektive an unser Leben herangehen. Dabei will ich in keiner Weise eine Lehre geben, sondern will Ihnen nur Impulse geben, damit Sie in sich selbst zu einem Umdenken angeregt werden. Dass ich das aus verschiedenen Perspektiven her tue, dient dazu, dass ich möglichst vielen Menschen und verschiedenen Interessen gerecht werde. Das ist meine Aufgabe.
Frage: Woher haben Sie die Erkenntnisse?
Antwort: Die Frage ist an sich ganz einfach zu beantworten. Es gibt eine Sphäre des Wissens, also die logische Sphäre, und es gibt eine Sphäre der Erkenntnis, die Sie genau so haben wie ich. Nur haben Sie sie wahrscheinlich nicht in dieser Weise gepflegt, wie es mir ein Anliegen war, diese zu pflegen. Das ist der einzige Unterschied.
Die Lehre der Metaphysik unterrichtet im Sinne von Erkenntnis, über die im unsichtbaren Bereiche des Lebens waltenden Vorgänge und Gesetze.
Innerlich gibt es Räume, in denen wir noch nie waren. Wenn wir in diese Räume kommen, die uns ganz neu sind, sollten wir diese untersuchen so gut wir können. Wir sollten diese inneren Räume durchaus als wahr nehmen.
Wir werden feststellen, dass hier Bereiche sind, die eine hohe Energie haben und alles zu speichern vermögen. Seien wir aber dabei neutral und nehmen wir es wahr in einer vollen Klarheit und Bewußtheit, einerlei, ob wir es freudig oder schmerzhaft empfinden. Es geht dabei um die Erforschung des eigenen Inneren.
Das Ich des Menschen als geordnetes Ganzes muss vom Ich als Subjekt unterschieden werden. Ersteres gehört der Metaphysik, letztere der Psychologie an.
Der Sinn der Metaphysik ist daher, den Menschen zur Aufarbeitung des Unbewußten durch stetig sich steigernde Erkenntnisse zu erziehen, um ihm die Herrschaft über das Leben überbeanworten zu können. Denn nur, was der Mensch bewußt erlebt, existiert, und das, wa er die Welt nennt, ist seine eigene Bewußtseinsschau. Alle über die Erde gegangenen metaphysischen Lehren haben bei äußerer Verschiedenheit der Symbole und Anwendungen immer den gleichen Grundgedanken und den gleichen Sinn dargetan.
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