Staub

Gesundheitsgefährdung durch Staub

Generell unterscheidet man zwischen Grobstaub und Feinstaub. Grobstaub ist sichtbar und fühlbar, er lagert sich auf Häuserfassaden, Terrassen, Gartenmöbeln und Fenstern ab. Feinstaub dagegen besteht aus winzig kleinen, nicht sichtbaren Partikeln. Diese Partikel sind so leicht, dass die Luft sie trägt, und sie sind so fein, dass sie fast alles durchdringen. Zu Millionen schweben sie in jedem Liter Luft, den wir einatmen: winzigste Staubpartikel, zum Teil nur so groß wie Viren oder Bakterien. Und ähnlich wie diese klassischen Krankheitskeime können auch diese eingeatmeten Schwebstäube krank machen. Diese partikelförmige Materie (PM) wird von Umweltmedizinern in verschiedene Größenklassen eingeteilt; damit geht auch eine Unterteilung über die Gefährlichkeit der Stäube einher:

  • inhalierbarer Schwebstaub, dessen Teilchen maximal zehn Mikrometer groß sind (PM 10) und der damit noch im messbaren Bereich liegt, dringt bis in den oberen Bereich der Lunge, verursacht Husten und Bronchitis,
  • lungengängiger Feinstaub mit maximal 2,5 Mikrometer großen Partikeln (PM 2,5) kann den Zentralbereich der Lunge erreichen. Er dringt tief in die Atmungsorgane ein und kann dadurch zu Herz- und Kreislauferkrankungen führen,
  • ultrafeine Partikel, maximal 0,1 Mikrometer (PM 0,1) groß und extrem gefährlich können bis in die Lungenbläschen und ins Blut gelangen, von dort ins Gewebe und in praktisch alle Organe.

Je kleiner die Staubteilchen sind, desto größer sind die Entfernungen über die sie transportiert werden und desto tiefer dringen sie in die Lungen vor und daraus resultiert ein umso größerer gesundheitlicher Schaden, den sie anrichten können.

Generell gilt, dass Feinstaub für Kleinkinder von unter einem Jahr das Atemtodrisiko erhöht, ferner wirkt er sich auf die Entwicklung der Lunge aus, Asthma und Allergien werden verschlimmert. Wesentliche Risiken müssen auch für ältere Personen sowie solchen mit schwer­wiegenderen Vorerkrankungen der Atemwege bzw. des Herz-Kreislauf-Systems gesehen werden.

An diese Feinstäube können sich aber auch weitere Schadstoffe binden, die dann in dieser neuen Kombination zu noch größeren Schäden führen können. Gehen Feinstäube z. B. eine Verbindung mit Schwermetallen ein, sind sie besonders krebserzeugend.

Feinstäube sind in der Abluft von Diesel­fahrzeugen und beim Abrieb von Reifen. Sie entstehen beim Rauchen, beim Grillen, beim Heizen und natürlich in der Industrie.

Die Industrie, die hier betrachtet wird, trägt natürlich besonders zu einer Gefährdung bei. Beim Betrieb eines Steinbruchs entstehen permanent Feinstäube:

  1. Es wird gesprengt (als Folge entsteht in der Regel eine riesige, langanhaltende Staubwolke).
  2. Das Material wird auf Kipper geladen (die schweren Geräte im Steinbruch sind Dieselfahrzeuge, die einerseits durch die Abgase Feinstäube erzeugen und andererseits auf trockenem Boden Staub­fahnen hinter sich herziehen. Dazu kommt die Tatsache, dass beim Aufladen und Abladen des Gesteins nochmals Staub entsteht).
  3. Das Material wird gebrochen und getrocknet (eine weitere Freisetzung von Fein­stäuben).
  4. Das gebrochene Material wird gesiebt und auf offene Lagerplätze gebracht (Feinstaubentstehung beim Schüttgut­umschlag).
  5. Vom Lagerplatz wird es zum endgültigen Abtransport wieder aufgeladen und umgeschüttet (Fein­staubentstehung beim Schüttgut­umschlag).
Aber nicht nur bei der Steingewinnung entstehen diese Feinstäube. Auch die vielfältigen Maßnahmen bei der teilweisen Rekultivierung des Steinbruch-Kraters sind erheblich an der Verbreitung von Feinstäuben beteiligt. Schließlich soll in diesem Fall unter anderem auch Fremdmaterial aus der Baustellenlogistik des Stolberger Raumes, der bekanntlich Schwermetall behaftet ist, eingebracht werden