Texte von Mitgliedern

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Jugend des BVN erkundet Bremerhaven

Am letzten Wochenende im September war es endlich soweit. Einige Jugendliche und junge Erwachsene machten sich vom 26. - 27. September auf nach Bremerhaven. Organisiert wurde die Fahrt von dem Landesjugendsprecher Bastian Gleitze ihn unterstützten Marina Herbers und Stefan Kopper.

Los ging es am frühen Samstagmorgen ausgehend von Hannover und Osnabrück. In Bremen fand schließlich die Gruppenzusammenführung statt. In Bremerhaven gut angekommen, wurde zunächst die Jugendherberge in Beschlag genommen. Ganz nach dem klassischen Stil mussten die Zimmer nach Geschlecht aufgeteilt werden, so dass auch die anwesenden Pärchen mal eine Nacht ohne den Anderen auskommen mussten. Nach dem Bezug der Zimmer ging es endlich los mit dem geplanten Programm! Programmpunkt Nr. 1 war eine einstündige Hafenrundfahrt zu den Überseehäfen. Bei strahlendem Sonnenschein enterten wir unsere Ausflugsbarkasse. Auf unserer Fahrt schipperten wir zuerst

durch den Neuen Hafen und die Kaiserhäfen I, II und III.  Im Vorbeifahren konnte die neu erweiterte Kaiserschleuse betrachtet werden. Weiter ging es unter der großen Drehbrücke an der Nordschleuse hindurch in das Wendebecken der riesigen Autotransporter sowie in den Nord- und Osthafen. Während der Fahrt kam man aus dem Staunen und Fotografieren kaum heraus. Die Fahrt führte uns vorbei an riesigen Autotransportern, Frachtschiffen, Schleppern, Schwimmkränen und Werften. Kaum zu glauben was in Bremerhaven alles verschifft wird. Im Anschluss besuchten wir das Klimahaus 8° Ost. In der geplanten zweistündigen Führung wollte uns Klaus, der durch Merle unterstützt wurde, eignes über das Klimageschehen näher bringen. Auf unserer Reise entlang des 8ten Längengrades erfuhren wir was Wetter und Klima bedeutet, denn es ist nicht das Gleiche. Wir durchquerten die Schweiz, waren auf Sardinien, im Niger, in Kamerun, in der Antarktis, auf Samoa, in Alaska und auf Langeneß bevor wir schlussendlich wieder in Bremerhaven ankamen. Jedes Land wurde uns durch seine klimatischen Bedingungen spürbar gemacht. In der Antarktis war es kalt und in der Sahara ziemlich heiß. Durch Musik und ertastbaren Materialien, wie beispielsweise dem Eis in der Gletscherhöhle oder den Sandfelsen, bekamen wir einen Eindruck über die verschiedenen Zonen. In Kamerun überquerten wir einen reißenden Fluss mit Krokodilen, über eine Hängebrücke. Ein Fehltritt hätte da schon böse Ende können! Zurück ging der Weg in Kamerun über Steine, die in gewissen Abständen aus dem Fluss ragten. An dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Merle und Klaus, die uns gegenüber sehr offen waren und uns tatkräftig Unterstützt haben, den Weg durch Kamerun zu finden. Außerdem liefen wir durch einen künstlichen Urwald mit echten Boden und Regen. Im Himmel, einem Raum der in dunkelblau gehalten war und mit Sternen bedeckt, konnten wir für kurze Zeit auf unsere langen Reise entspannen.

Nach dem Ende der Führung nahmen wir beim Italiener noch ein gemeinsames Abendessen zu uns und ließen den Abend in der Jugendherberge gemütlich ausklingen.

Am Sonntag stand nach dem Frühstück schließlich unser letzter Programmpunkt an. Wir besuchten  das Deutsche Auswandererhaus. Nach Einlass bekam jeder von uns einen Bordingpass, in dem zwei Namen von Personen standen, die über Bremerhaven ein- bzw. ausgewandert sind. Zu Beginn betraten wir einen Nachbau der Wartehalle der dritten Klasse und erfuhren, dass 7 Millionen Menschen über Bremerhaven ausgewandert sind. An den verschiedenen Hörstationen in der Ausstellung konnten wir ständig etwas über die Geschichte der Ein- und Auswandere erfahren. Bei unserer Auswanderung begleitete uns die Geschichte von Martha Hüner. An der Kaje der Tränen, wie die Columbuskaje auch genannt wird, wurden uns die Hintergründe näher gebracht, warum die Leute bis 1974 ausgewandert sind. Schließlich betraten wir an Bord Kabinen aus verschieden Epochen. Hier hörten wir auch einige Geräusche, wie beispielsweise das Knarren der Schiffsplanken. Angekommen auf Elis Island vor New York, der Insel auf der die Eingewanderten der Dritten Klasse registriert wurden, haben wir die Fragen des Einwanderungstest erfolgreich beantwortet. Glück gehabt! Die Reise war also nicht umsonst. Nach weiteren Stationen wie dem Bahnhof von New York machten wir uns wieder auf nach Deutschland, um in einer Ladenpassage aus den 70ziger Jahren etwas über die Einwanderer nach Deutschland zu erfahren. Nach Ende der Führung konnten wir noch etwas die Sonne in Bremerhaven genießen bevor wir letztendlich die Rückreise antraten. Zuletzt sollte noch gesagt sein: Unsere kleine Reise hat allen Beteiligten sehr gut gefallen und wir möchten Bremerhaven gerne weiter empfehlen. Außerdem bedanken wir uns ganz herzlich beim Blindenverband für die finanzielle Unterstützung!

Es grüßt die Jugend des Blindenverbands.

Stadtführung

Die Jugendgruppe in Hannover unternahm am 08.07.2015 eine Stadtführung durch Hannover. Es nahmen daran folgende Mitglieder teil: Kevin, Franziska, Nancy, Michael, und Bastian. Stefan leitete die Führung. Zuerst begannen wir um 17.15 in der Luisenstraße, die nach Königin Luise benannte ist. Sie wurde in Hannover geboren und lebte bis zu ihrem 10ten Lebensjahr dort. Als nächstes begaben wir uns in die Georgstraße, diese ist nach Georg dem 3. benannt. Danach passieren wir die alte Stadtmauer und blieben vor der Agidienkirche stehen und betrachteten bzw. erfühlten den Siebenmännerstein auch Spartanerstein genannt. Wir hörten dass dieser Stein eine der Sehenswürdigkeiten war, die ein Handwerker auf Wanderschaft im Mittelalter kennen musste, damit er beweisen konnte dass er in Hannover war. Danach betraten wir die Ruine der Aegidienkirche, die als Mahnmal gegen den Krieg nicht wieder aufgebaut wurde. Während unseres Aufenthaltes konnten wir dem Glockenspiel lauschen. Anschließend betrachteten wir das Neue Rathaus, welches wir auch als Model zum fühlen bekamen. Das Rathaus wurde damals auf vielen Baumstämmen in sumpfiges Gebiet gebaut. Durch die Eingangstür betraten wir die Kuppelhalle. Die Kuppelspitze des Rathauses beträgt 96 m und war um 1m niedriger als der Turm der Marktkirche. Auf dem Weg zum Leineufer machten wir an der Flusswasserkunst halt und bekamen eine Modellfigur der berühmten Nanas zum fühlen. Wir erfuhren, dass es einen Gang geben soll, der vom Leineufer bis zur Marktkirche führen soll. Durch diesen soll der Räuber Hanebuth immer wieder in die Stadt aber auch aus ihr heraus gekommen sein. Auf dem Holzmarkt bewunderten wir den Brunnen, wo ein Ring eingelassen war. Ich assentierte Stefan zur Veranschaulichung. Kurfürstin Sofie soll an diesem Ring gerieben haben und sich gewünscht haben, das ihr Sohn Georg Ludwig einmal König von England werden soll. 1714 bestieg er tatsächlich als Georg I den Thron von England. Als wir vor der Marktkirche standen, konnte man von da aus die Kreuzkirche, die Agiedienkirche und die Sankt Clemenskirche sehen. Der Punkt war damals der Beweis, dass man in Hannover war. Der Schlusspunkt war der Kröpcke, wo wir auch in klein die Kröpcke-Uhr erfühlten. Diese jedoch ging falsch, da sie ja nur angedeutet war. Wir erfuhren, dass dies ein Nachbau ist, da die erste Uhr im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Ihr Nachfolger, eine Uhr aus den 50 Jahren, wurde nach Protesten der Bevölkerung an den Steintor verlegt und die Uhr bekam ihre jetzige bzw. ursprüngliche Form wie vor 125 Jahren, nur das sie nun kein Barometer mehr enthält. 

(Bericht von Franziska Baginski , Hannover den 22.07.2015)


Besuch im Landesfunkhaus des NDR am Maschsee

Am Samstag den 22. November hat sich die Jugendgruppe des Blindenverbands Niedersachsen, bestehend aus den Gruppen Hannover und Osnabrück in Hannover getroffen. Die Gruppe traf sich zum Teil am Bahnhof und am Theater am Aegi, um anschließend in einem italienischen Restaurant zu Essen. Von dort ging es zu Fuß zum Landesfunkhaus am Maschsee. Angekommen begrüßte uns ein Guide der selber eine Sehbehinderung hat. Nach der Begrüßung wurde ein Gruppenfoto von uns gemacht.

Während der zweistündigen Führung haben wir den Großen und Kleinen Sendesaal, sowie die Studios von NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen besucht, wobei wir auf Grund von Bauarbeiten nicht ins Fernsehstudio gekommen sind. Allen war hinterher klar, dass es ein gelungener Tag war und wir dieses nächsten Jahr in ähnlicher Form wiederholen möchten.
(Stefan Kopper)

 

Führung durch den Hauptbahnhof Hannover

Am Dienstag den 11.06.2013 hat sich die Jugendgruppe Hannover am Ernst-August-Denkmal getroffen um an einer von mir geführten Führung zur Geschichte des Bahnhofs teilzunehmen. Um 18:00 Uhr begrüßte ich die Teilnehmer und erzählte zum Einstieg etwas über die Entstehungsgeschichte des Bahnhofes und des Denkmals. Er war damals der erste Durchgangsbahnhof Deutschlands und gehört heute zu einem der modernsten Bahnhöfe Europas und zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt des deutschen Nah- und Fernverkehrs. Der Bahnhof verfügt über sechs Bahnsteige mit 12 Gleisen und über zwei Durchfahrtsgleise. Täglich passieren ihn 250.000 Reisende und 622 Züge, etwa 2000 Menschen arbeiten im Bahnhof. Zur Geschichte des Bahnhofs ist als erste die Zahl 1843 zu nennen, die Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke nach Lehrte. Durch die Verbindung Lehrte-Berlin wurde der Berliner Hauptbahnhof auch Lehrter Bahnhof genannt. Von 1845 bis 1847 wurde der erste Centralbahnhof in Hannover gebaut. Da König Ernst-August diese dampfenden und stinkenden Stahlrösser nicht in seiner Stadt haben wollte, ließ er ihn im Osten am Rande der Stadt, in das Steintorfeld verlegen. Der hannoversche Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves plante für den Bereich zwischen Georgstraße und Hauptbahnhof ein neues Stadtviertel, die Ernst-August-Stadt. Aus mehreren Richtungen auf den Bahnhof zulaufende Straßen mündeten in dessen repräsentativen Vorplatz, dem Ernst-August-Platz. In der Zeit von 1875 – 1879 wurde ein neuer Bahnhof gebaut, da der alte dem wachsenden Verkehr nicht mehr gewachsen war. Um den Bewohnern, der inzwischen bestehenden Oststadt, die Möglichkeit zu geben auch ins Zentrum fahren zu können, wurden die Schienen auf einen 4,5 m hohen Damm verlegt. In der Nacht vom 8/9 Oktober 1943 wurde der Bahnhof vollständig zerstört. Erst am 13 Juni 1945 fuhren die ersten Züge wieder. 1948 begann der Wiederaufbau. Der Bahnhof veränderte in den nächsten Jahren sein Angesicht im inneren. Zur Expo 2000 und 2006 wurde der Bahnhof modernisiert und eine Shoppingmeile hinzugefügt. Nach mehrenden Ortswechseln, bei denen wir an der kleinsten Disco der Welt vorbeikamen. Zwei CD-Player teilen sich am Tag und in der Nacht die Arbeit. Zwei Lautsprecherboxen bringen die Musik ans  Tageslicht. Seit 2000 arbeitet der DJ Gullyman rund um die Uhr. Playlisten lassen sich unter www.gullyman.eu einsehen. Danach kamen wir am Zimmer des Kaisers vorbei, indem er abstieg wenn er mal zu Besuch war. Außerdem am Ernst-August-Carée, die letzten Überbleibsel eines gigantischen Bahnhofsidee, die den Flughafen BER um weiten übertrifft. Allerdings hörte man auf als das Geld knapp wurde. So fungierte das Carée als Büro der Bahn und lädt heute mit seinem überdachten Innenhof und den Olivenbäumen nebst Springbrunnen einen perfekten Ort zum Entspannen, Einkaufen und Arbeiten. Neben exklusiven Geschäften im Erdgeschoß lädt die Gastronomie zum Genießen ein. Am Ende der Führung ging es noch auf den Raschplatz. An dessen Stelle bis 1963 das Gerichtsgefängnis von Hannover stand. In der Anstalt wurde der Serienmörder Haarmann hingerichtet, während der NS-Zeit saß der KPD-Vorsitzende Ernst-Thälmann jahrelang in Isolationshaft. Zum Abschluss berichtete ich noch über eine leere U-Bahnstation, die als Haltestelle der D-Linie gedacht war. Diese wurde nie gebaut und wird nach aktuellem Stand nun als oberirdische Version realisiert, so dass die Station unter dem Raschplatz wahrhaftig eine Geisterstation bleibt. 

Bericht von Stefan Kopper (aus der Erinnerung) Hannover, den 03.08.2015


letzte Änderung: 25.10.2015

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