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"Fleischweihe" 2010 in Allerheiligen Offiziell heißt es nicht Fleischweihe, sondern Osterspeisensegnung. Aber bleiben wir lieber beim volkstümlichen Ausdruck, weil er mehr dem christlichen Glauben und Brauch folgt. Das Oster-Essen ist auch heute noch eine Sache, auf die sich die ganze Familie freuen kann. (Gemeinsam mit der Familie etwas unternehmen, so weiß man es jetzt genau, steht bei uns absolut an der Spitze. Das Fernsehen kommt erst an 3. Stelle.) Die Fleischweihe hat aber auch einen tiefen religiösen Sinn. Wir sprechen vornehm gerne von der „Menschwerdung Gottes“ . Aber eigentlich heißt es: Und das Wort ist Fleisch geworden. Und hat unter uns (Menschen) gewohnt. Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, voll der Gnade und Wahrheit. Es heißt, Gott ist Fleisch geworden und nicht Gott ist Mensch geworden, was sowieso stimmt. Aber sogar Johannes der Täufer hat dazu den Propheten Jesaia zitiert. „Und jedes fleischliche Wesen schaue das rettende Tun Gottes“ (Luk 3,6) Nicht nur zur Rettung menschlicher Seelen ist Gott gekommen, sondern für jedes fleischliche Wesen, das der Rettung bedarf. Tierschutz wäre daher etwas durchaus christliches.
An der österlichen Fleischweihe kommt man nicht vorbei, ohne an die Fleischwerdung Gottes zu denken. Aber schon seit dem Mittelalter gibt es einen christlichen Brauch, der uns sogar täglich daran erinnern will: Dreimal am Tag, in der Früh, zu Mittag und am Abend läuten die Kirchenglocken, um uns an das Angelus-Gebet, das fast schon in Vergessenheit geraten ist, zu erinnern. Was die Moslem können, dachte sich 1219 der hl. Franz von Assisi können wir doch auch, dazu noch viel besser. Und er half mit seine Brüdern den Angelus populär zu machen. Nicht fünfmal am Tag ehrfurchtsvoll oder unterwürfig mit der Stirn den Boden berühren, sondern dreimal am Tag stolz und dankbar aufrecht stehend den Engel des Herrn beten.
Beten oder singen wir den „Angelus“! Ganz so wie früher zu den drei Tageszeiten:
(Gegrüßt seist du Maria, voll der Gnade ...)
(Gegrüßt seist du Maria, voll der Gnade ...)
(Gegrüßt seist du Maria, voll der Gnade …)
Liedtext aus dem steierischen Jogelland:
Lasset uns jetzt beten: Herr Jesus Wort Gottes , segne + + + das Osterfleisch und alle anderen köstlichen Osterspeisen, die uns erinnern, dass auch du gern mit anderen gegessen und getrunken hat. Hilf uns, dass wir - so wie du - bei aller Lebensfreude und menschlicher Hilfsbereitschaft nicht auf Gott, den Vater, vergessen. Er will uns durch das unvermeidliche Tor des Todes mit neuer Lebensfrische in himmlisch überirdischer Gemeinschaft neues Glück finden lassen, durch Dich, Christus, unsern Herrn Amen.
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