Inhalte auf dieser Seite:
  • Hopfenanbau in Grenzhausen
  • Wie es zur Gründung der Stadt Hähr-Grenzhausen kam
  • Carneval zu Höhr um 1897
  • Höhr-Grenzhäuser Straßennamen und ihre Namensgeber
  • Bürgermeister Münzer
  • Die "Knutsch" in Hillscheid
  • Chronik von Höhr-Grenzhausen von Klaus Gerharz
  • Kurzchronik nach Karl Koscielniaczyk

Auf dieser Seite wollen wir von Zeit zu Zeit Interessantes und Wissenswertes aus der Geschichte unsrerer Stadt präsentieren. Hier finden Sie Geschichte und Geschichten, Anektdoten und Informationen über wichtige Ereignisse oder auch über bedeutende Persönlichkeiten, die in unserer Stadt gewirkt haben.
 



Der folgende Beitrag stammt von unserem Mitglied Marlies Zöller, vorgetragen beim Museumstag am 8. Oktober 2023:




Der Hopfenanbau spielte über Jahrzehnte in Grenzhausen eine große Rolle.
Handwerker, Arbeiter und Unternehmer waren Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Hopfenzüchter,
allerdings überwiegend  im Nebenerwerb.


Sobald die ersten Triebe sichtbar waren, wurden die Hopfenstangen gesetzt. Mit Hopfeneisen wurden tiefe Löcher in den Boden gemacht. Besonders das Einwerfen der Stangen erforderte Kraft und Geschicklichkeit. Die meisten der Stangen wurden auf der Montabaurer Höhe geschlagen.  (um 1930)


Nach Überlieferungen standen auf den Feldern um Grenzhausen  vor dem ersten Weltkrieg rd. 400 000 Hopfenstöcke. Es soll Ernten gegeben haben, die mehr als 1 Million Mark erbrachten.  (um 1900)
Das Jahr 1876 soll das Rekordjahr der Grenzhäuser Hopfenzüchter gewesen sein.
Bereits am 6. November 1867 fand der erste Hopfenmarkt in Grenzhausen statt. Besonders gute Hopfenqualität erhielt ab 22. September 1934, in einer eigens eingerichteten Siegelhalle, das Hopfensiegel „Grenzhäuser Siegelgut“.
Hopfenanbau in der Schlaad (vor 1910)




Der Hopfen wuchs, je nach Witterung, bis zu 30 cm am Tag. In zwei Monaten erreichte er oft eine Höhe von mehr als 6 m. Das Foto zeigt den Hopfenbauern Wilhelm Wortmann 1934, der durch Jahrzehnte Hopfenkönig wurde, weil er den höchsten Jahresertrag  hatte.


Ansichtskarte von 1908 mit einem Vierzeiler über die Hopfenernte
Es schwankt heimwärts vollbeladen mit grünem Hopfen der Erntewagen.
Beim Schneiden der Flocken manch Lied erschallt
In der Hopfenernte auf dem Westerwald.
Hopfenernte 1908




Hopfen verlangt intensive Pflege. Ständige Kontrolle auf Schädlinge, Unkraut entfernen und immer höheres Anbinden der Ranken war schwere Arbeit. Es gab die Redewendung: der Hopfen will jeden Tag seinen Herrn sehen.



Im September war der Hopfen reif und die Erntearbeit begann.
Mit besonderen Hebevorrichtungen wurden die Stangen aus der Erde gehoben und
auf hölzerne Böcke gelegt. 
Hopfenbauer Wortmann (um 1940).