Frühling

Flora und Fauna

         
 Auf die Berge möcht' ich fliegen,
möchte sehn ein grünes Tal,
möcht' in Gras und Blumen liegen
und mich freun am Sonnenstrahl.


Hoffmann von Fallersleben

 
Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Blut
Nun geht sie tief in Sinnen,
Trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.


Theodor Storm
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© Linda
 
         


 

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Frühling am Fluss
 







 


 
 © Linda
Ein großer Teich war zugefroren;
Die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum:
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und saßen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.


Johann Wolfgang von Goethe

Frühlingsgefühle im Dialog
 

Der Frühling naht mit Brausen,
die Wirbelstürme sausen
mit altem Laub im Kreis!
Der letzte Schnee verschwunden,
der Winter überwunden,
Kirschblüten öffnen leis.
Im Kreis dreht auch das Leben:
Was war ich doch noch eben
so schlank und jung und schön!
Doch nach der nächsten Runde
schlägt mir vielleicht die Stunde,
und ich muss leider gehn ...

J. L.

Was ist denn nur geschehen?
Die lauen Winde wehen
und mild die Sonne scheint.
Und Lenzes Regenschauer
vertreiben alle Trauer,
wenn still die Seele weint.
Wenn auch vorbei die Jugend,
es bleibt uns nun die Tugend,
die uns so weise macht.
Lass uns die Zeit genießen,
bis Sommerblumen sprießen.
Noch fern sei uns die Nacht...

M.B.

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 © Linda

Sommer
 




Dein Lied erklang

Dein Lied erklang, ich habe es gehöret
Wie durch die Rosen es zum Monde zog.
Den Schmetterling, der bunt im Frühling flog
Hast du zur frommen Biene bekehret.  
Zur Rose ist mein Drang
seit nur dein Lied erklang.


Clemens Brentano 
© Linda
 


 
 
 
 
 


 


 
 © Linda


 

Der Duft der Rose nimmt dich in einen süßen Bann,
rührt dich liebkosend leise,
wie eine Liederweise,
mit Ahnung voller Schönheit an.


Hermann Hesse



Sommerbild
 
Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könne, rot;
Da sprach ich schauernd im Vorübergehen:
"So weit im Leben, ist zu nah am Tod!"

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
Bewegte, sie empfand es und verging.


Friedrich Hebbel

 

 © Linda

 

 
 
 
 
 


 


 
 © Linda

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 Herbst
 

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
  
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
  
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.


Reiner Maria Rilke

 © Linda


Winter

 
Neustädter See im Winter

 
Winternacht im Stadtpark MD
Stadtpark MD im Winter

 
Winternacht am Neustädter See MD
Rodelspaß im Stadtpark MD

 
Kalter Wintertag im Stadtpark MD
Tümpel zugefroren

 
Kalte Winternacht im Stadtpark MD
 © margitbluhm
 
 
Der Winter

Friedrich Hölderlin

 
Das Feld ist kahl, auf ferner Höhe glänzet
Der blaue Himmel nur, und wie die Pfade gehen,
Erscheinet die Natur, als Einerlei, das Wehen
Ist frisch, und die Natur von Helle nur umkränzet.

 

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 © Linda
Der Erde Stund ist sichtbar von dem Himmel
Den ganzen Tag, in heller Nacht umgeben,
Wenn hoch erscheint von Sternen das Gewimmel,
Und geistiger das weit gedehnte Leben.

 
 
 
 
Vereinsamt

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
bald wird es schnein -
wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!

Nun stehst du starr,
schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
was du verlorst, macht nirgends halt.

Und stehst du bleich,
zur
Winter-Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
bald wird es schnein,
weh dem, der keine Heimat hat!


Friedrich Nietzsche

 
 
 
 







Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,

Winterlandschaft

Christian Friedrich Hebbel


 





und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub' ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf's öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weissen Festgewand.



 



 



Jahreszeiten

wie Kinder sie erleben
 

Dieser Kalender ist im Jahre 2002, meinem letzten Arbeitsjahr vor
der Rente, gemeinsam mit Kindern unterschiedlicher Magdeburger Schulen
und Jahrgänge entstanden. Gemalt und gedichtet haben die Schüler,
nur der PC-technische Teil wurde von mir erfüllt.
Leider haben es die Umstände damals nicht hergegeben, jedem Kind
einen Kalender zukommen zu lassen.

Vielleicht findet ja die (der) eine oder andere seine Werke hier wieder.
Ich würde mich freuen.

Herzliche Grüße an alle, M.Bl.

 







 



 



 

 

 



 

 

 



 

 

 



 

 

 



 

 

 

Noch einmal die Kalendergedichte, damit man sie auch lesen kann...

Januar

Winter

Schön und flockig fällt der Schnee,
zugefroren ist der See,
und die Kinder seh’n aufs Eis,
das ist heut besonders weiß.
Sehr sehr kalt wird es bald.
Wir verstecken uns im Wald.
Bald ist eine Schneeballschlacht
hier im Walde schon erwacht.
Im Walde ist es wunderschön,
doch nun heißt es, nach Hause gehen.


Februar

Fasching

Zum Fasching woll’n wir uns verkleiden,
uns verstecken, Unsinn treiben.
Wir wollen lachen, tanzen, springen,
lustig sein und Lieder singen.
Tobi, der geht heut‘ als Clown,
und bei Lieschen wusst ich’s schon:
Sie kommt heut‘ als Schmetterling.
Tom ruft Lieschen: „Komm und sing!“
Ja, Fasching ist ein tolles Ding!


März

Ostern

Heute ist das Osterfest.
Im Fenster liegt ein Eiernest.
Wir suchen, doch wir riechen Kuchen.
Mama kommt und wir verstecken
uns schnell draußen in den Hecken.
Mal nachdenken:
Sie wollen uns doch ganz bestimmt was schenken!
Nur was? Das liegt bestimmt im Gras.
Oh, mit den vielen Süßigkeiten
kann man uns viel Freude bereiten.
Mama ruft: „Nun kommt und esst!“
Welch ein schönes Osterfest!


April

Auf der Weide

Die Pferde sind zurück auf ihre Weide,
um dort zu grasen auf dem Rasen.
Die Frühlingssonne strahlt herab, macht alles grün
und lässt viele bunte Blumen wieder blüh’n.


Mai

Das schönste am Frühling

Das schönste am Frühling sind die vielen
bunten Blumen.
Man kann gut draußen herumtollen
und viele Sachen machen.
Einfach in der Wiese liegen oder
mit der Familie picknicken.
Man kann auch einfach bloß
einen großen bunten Blumenstrauß
aus vielen bunten Blumen binden.


Juni

Sommer

Kinder, ist es heute heiß!
Kinder, mir kommt schon der Schweiß.
Kinder, woll’n wir baden geh’n?.
Da woll’n wir jetzt schnell fragen geh’n.
Mama sagt, ich darf,
doch Vater erlaubt’s nicht.
Auf wen ich hören soll?
Das ist doch ein Gedicht!

 

Juli

Mein Garten

Als der alte Baum in meinem Garten
schon wunderschöne Blüten hatte,
pflanzt‘ ich neue Blumen an
und goss sie dann und wann.
Jetzt blühen sie,
und alle staunen über meinen Garten.


August


Der Sommer

Alle Kinder gehen baden
und essen Eiskugeln groß wie Steine.
Mit den Händen zugebuddelt
stecken im Sand die Beine.
In den Zoo gehenj Familien und ihre Kinder,
auf der Weide steh’n große und kleine Rinder.
Raus geht’s abends bis um acht,
und das Herz erwacht.
Sommerferien sind gut,
weil man zu Hause ist
und nichts tut.
Vögel fliegen in aller Pracht.
Von weitem hört man: Es wird gelacht.
Und wenn der Sommer dann ist zu Ende,
geht man zur Schule
und gibt einander und den Lehrern die Hände.

September

Herbst

Bunte Blätter segeln im Wind.
Oh, da steht ein kleines Kind
mit einem Drachen,
der fliegt im Wind.
Und der Wind weht toller und toller
und zieht das Kind hin und her.
Ein Freund eilt herbei und hilft dem Kind.
Was wär‘, wenn die Freundschaft nicht wär‘!

Oktober

Halloween

Ich sehe Gruselgesichter und viele Lichter.
Sie ziehen Fratzen und kratzen.
Wir woll’n uns schnell verstecken
und uns nicht noch mehr erschrecken.
Dann geh’n wir von Haus zu Haus
und locken alle Leute ‚raus.
Sie geben uns viel Süßigkeiten.
Sie mussten sich gut vorbereiten.
Und irgendwann ist Halloween zu Ende,
und alle reichen sich zum Abschied die Hände.

November

Es wird kalt

Ich erzähl‘ euch eine Geschichte über Früchte,
die im Garten warten, gepflückt zu werden,
denn nach dem Regen gab es Erntesegen.
Draußen im Wald ist es jetzt kalt und nass,
dafür aber ist gefüllt unser Fass.
Und in der Luft liegt ein geheimnisvoller Duft.


Dezember

Winter

Steht der Winter vor der Tür,
ist es nicht mehr weit
bis zur Weihnachtszeit.
Die Tage werden kürzer
und die Nächte länger,
der Boden wird mit Schnee bedeckt,
und die Welt wird stiller.
Die Stille wird nur ab und zu
von Tierlauten gestört,
und ihre Schritte hört,
wer ganz genau hinhört.
 




 



 



 

 

 



 

 

 



 

 

 



 

 

 



 

 

 

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