Inhalte auf dieser Seite:
  • unsere Fotogruppe
  • ein unterhaltsamer Abend im Dezember 2024
  • Museumstag 2023
  • Museumsöffnung zu "Höher brennt 2023"
  • Wiedereröffnung nach Pandemie 2021
  • Gratulation der GSK an die Verbandsgemeinde zum 50. Geburtstag
  • 100. Mitglied der GSK
  • Ausstellung im Casino Gambrinus
  • ...und viele weitere Presseartikel



Ausstellungen von Archivfotos zu verschiedenen Themenkomplexen können am Höhrer Alexanderplatz im Fenster des ehemaligen Modehauses Himmerich angeschaut werden


Stadtgeschichte kann so lebendig sein

Archivgruppe der Gesellschaft für Stadtgeschichte in Höhr-Grenzhausen ist mit Spaß beim Sammeln und Sichten von Bildern

 
Von Birgit Piehler
 
Höhr-Grenzhausen

8800 Fotos aus längst vergangenen Zeiten hat die Archivgruppe um Frieda Krebs vom Verein Gesellschaft für Stadtgeschichte mittlerweile in ihrem Fundus. Die Senioren, die sich mit dem kostbaren dokumentarischen Gut befassen, lassen die Zeitdokumente und die Jahre ihrer Entstehung jedoch nicht in Vergessenheit geraten. Immer wieder montags treffen sich die ehrgeizigen Archivare und scannen Fotos ein, die sie zumeist aus Nachlässen erhalten, oft nur zur Erfassung überlassen bekommen und wieder an die Besitzerfamilien aushändigen. Dabei hat sich die Gruppe recht gut mit der modernen Technik arrangiert und präsentiert mit einem unterschwelligen Stolz die Ergebnisse ihrer Arbeit, die sortiert, thematisiert und kommentiert auf dem Bildschirm des Computers erscheinen. „Es ist wie Detektivarbeit“ sagt Frieda Krebs und lacht. „Wir sind immer am Sortieren und wollen Ordnung reinbringen“, ergänzt Rudolf Himmerich. Es komme immer etwas Neues hinzu. Man versuche Struktur in die Sammlung zu bringen.

                                                 
                                                  "Es ist wie Detektivarbeit"
                                                  Frieda Krebs, Verein Gesellschaft
                                                  für Stadtgeschichte
 
Fünf Jahre ist es nun her, dass das Modehaus Himmerich endgültig seine Pforten geschlossen hat und Überlegungen im Raum standen, was man mit der Fensterfront der ehemaligen Kaufhausauslage machen könne, die Himmerich zur Verfügung stellte. So wurde im November 2017 begonnen, die ersten Fenster mit Fotos ausgesuchter Themenbereiche zu dekorieren und damit auch den generellen Leerstand in der Innenstadt optisch abzumildern. Mit der Zeit gehörte das interessante Schaufenster am Alexanderplatz zum gewohnten Stadtbild und hat bis heute eine gute Resonanz. Die Themen wechseln regelmäßig, drei- bis viermal im Jahr. Darüber führt Frieda Krebs genau Buch. Jetzt im November gebe es einmal etwas anderes, sagt die Seniorin. „Wir haben eine Reihe von Weihnachtspostkarten, die wir ausstellen wollen.“ Sie seien so schön und farbenfroh illustriert, und sie spiegelten die Zeiten wider, in denen sie gedruckt und teilweise versendet worden seien. Davon zeugt nicht nur ein abgebildeter Soldat im Hintergrund einer Karte aus Kriegszeiten, im Vordergrund ein festlich gekleidetes Kind. Die Karten blicken auf ein Alter von bis zu 100 Jahren zurück. Im kommenden Jahr folgt mit Blick auf die Karnevalszeit eine Ausstellung, die die Höhr-Grenzhausener Prinzenpaare seit den 1950er-Jahren zeigen solle. Die Karnevalsvereine stellen dafür Porträtfotos der Prinzenpaare zur Verfügung.


Die Gruppe Stadtarchiv des Vereins Gesellschaft für Stadtgeschichte trifft sich regelmäßig, um Fotos und Erinnerungen zu dokumentieren, zu scannen, aber auch um Hintergründe und Jahreszahlen zu recherchieren (von links): Rolf Gerharz, Rudolf Himmerich, Frieda Krebs und als Gast Edith Himmerich
 
Derzeit bereitet die aktive Seniorengruppe außerdem wieder einmal einen Fotovortrag vor, denn in regelmäßigen Abständen lädt der Verein zu solch spannenden Abenden in das Casino Gambrinus in der Höhr-Grenzhausener Rheinstraße ein. Die Vortragsabende in der ältesten Höhrer Gaststätte sind meist mit etwa 100 Besuchern gut besucht. Hierfür bereitet die Gruppe ein Themenfeld sorgfältig vor, überlegt und recherchiert tief in den Erinnerungen, aber auch im Internet. Schließlich wird die Bilderschau mit der passenden zeitgenössischer Musik unterlegt, aber auch mit kleinen Geschichten und mit dem, was es zum Bild sonst noch zu berichten gibt, ergänzt. Aktuell ist die Eisenbahn in Höhr und Umgebung Thema des geplanten, nächsten Vortrages am Sonntag, 12. November.

Westerwälder Zeitung vom 24.10.2023

 
                                                
 

Fotogruppe der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Kultur gestaltete einen sehr unterhaltsamen Abend

Eine beeindruckende Veranstaltung war das am vergangenen Samstag abend. Die Gesellschaft für Stadtgeschichte in Höhr-Grenzhausen hatte eingeladen und dank des außerordentlichen Engagements der dortigen "Fotogruppe" einen kurzweiligen und spannenden Vortrag organisiert. Von Rudolf Himmerich locker und unterhaltsam moderiert wurde ein reichhaltiges Programm geboten. Nicht nur, dass hunderte historischer Bilder mit Details und Geschichten aus der Vergangenheit unserer schönen Stadt gezeigt wurden.  Die Mitglieder unserer Fotogruppe hatten sich alle Mühe gegeben, dem Publikum auf abwechslungreiche und unterhaltsame Art und Weise unsere Heimatstadt, die Veränderungen, die sie Lauf der Zeit erlebt hat, ihre Wirtschaft und Kultur näher zu bringen. Dieter Ehm unternahm mit den sehr interessierten Zuhörern und Zuschauern einen virtuellen Spaziergang durch die Hermann-Geisen-Straße und ließ dem Publikum geschickt immer wieder auch die Gelegenheit zum Vergleich von damals und heute. Friedchen Krebs erzählte (virtuell) die Geschichte des weltoffenen und weit gereisten Brillen- und Barometerhändlers Theodor Schmidt aus Grenzau, genannt der Lügendores, dem seine Zeitgenossen seine Geschichten von großen, schnaubenden und stampfenden Stahlwagen, die schon bald im beschaulichen Brexbachtal auftauchen würden weder glauben konnten noch wollten und der deshalb zumindest teilweise zu Unrecht zu seinem Spitznamen kam. Eine echte Grenzhäuser Muttersprachlerin ist Marlies Zöller, die die Zuhörer mit in eine unterhaltsame Lektion in Grenzhäuser Platt nahm und der man ihre Leidenschaft und ihren Stolz für diese Sprache anmerkt. Rudi Himmerich unternahm einen reich bebilderten Ausflug in die Entstehungsgeschichte und den Betrieb der leider stillgelegten Eisenbahnstrecke durch das Brexbachtal und erzählte von den teils verschwundenen, teils noch erhaltenen Bahnhöfen in Grenzau, Höhr-Grenzhausen und Hillscheid und auch von den Mühen und Schwierigkeiten beim Bau dieser Strecke mit ihren zahlreichen Tunneln und Viadukten. Wunderbare musikalisch umrahmte Winterbilder präsentierte zum Abschluss Rolf Gerhartz. Seine Bilder stellten die Winter so vor, wie sie einmal waren. Da konnten die Kinder noch unbesorgt vor Autoverkehr die Schneebergstraße als Rodelbahn nutzen und die Straßen wurden unter der willigen Mithilfe von Pferde- und Ochsenfuhrwerken vom Schnee geräumt. Die knapp 100 Zuhörer genossen den Abend und waren im Anschluss voll des Lobes für diese wertvollen historischen Einblicke in die Geschichte unserer Stadt, und die Gesellschaft für Stadtgeschichte und Kultur (GSK) ist froh und dankbar darüber, diese Fotogruppe in ihren Reihen zu haben.

Museumstag der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Kultur in Höhr-Grenzhausen war ein voller Erfolg

„ich wusste ja gar nicht, dass es in Höhr-Grenzhausen ein Heimatmuseum gibt“ – ist eine oft gehörte Aussage, wenn die Sprache auch das Museum für Stadtgeschichte und Kultur kommt. Und die Antwort ist: „Gibt es ja auch nicht“. Was es aber gibt ist das angesprochene Museum für Stadtgeschichte und Kultur, und dessen Existenz ist offenbar tatsächlich für so manchen Bürger der Kannenbäckerstadt nicht bekannt. Das Selbstverständnis des Museums und auch der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Kultur ist es, die Erinnerung an die kulturelle, sozialpolitische, historische und politische Entwicklung der Kannenbäckerstand am Leben zu erhalten und in das Bewusstsein ihrer Bürger zu bringen. Grund genug also für die Betreiberin dieses Museum, die Gesellschaft für Stadtgeschichte und Kultur e.V. (GSK) eine Veranstaltung zu organisieren, um diesen Zustand zu ändern. Und so folgten der Einladung der Gesellschaft zum Museumstag trotz bestem Herbstwetter und einer zeitgliche stattfindenden Parallelveranstaltung in Ransbach-Baumbach, nämlich dem dort stattfindenden Keramikmarkt weit mehr als 80 Interessierte, die ihr Kommen nicht zu bereuen hatten.
Die GSK hatte neben der obligatorischen Öffnung des Museums ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm zusammengestellt. Geschichte und Geschichten wechselten sich ab, Fotos aus längst vergangenen Zeiten ließen die Vergangenheit der Stadt lebendig werden, und für manchen Neubürger gab es immer wieder „Aha-Erlebnisse“ beim Vergleich der heutigen Ist-Situation mit dem „Wie war das an dieser Stelle damals?“ (und wann war dieses „damals“). So wurde für viele der Besucher zum Teil erstmals deutlich, wie sehr sich die Stadt im Lauf der Jahre verändert hat und auch noch immer weiter verändert. Und manch einer der „Alteingesessenen“ wurde an seine Kindheit erinnert, fand sich mitunter selbst auf dem ein oder anderen Bild wieder und konnte in Erinnerungen schwelgen.
Gerlinde Ganzer, ausgebildete Lesebotschafterin eröffnete das Programm mit einer kleinen Geschichte über den „Schatz von Grenzau“, in der ein Töpfer zwar nicht der erhofften Goldschatz, wohl aber einen ganz anderen Schatz, nämlich den Ton findet, der es ihm erlaubt seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dietmar Gerharz, Höhr-Grenzhäuser Urgestein und Mundartspezialist ließ die Geschichte der Stadtwerdung durch die Vereinigung der Gemeinden Grenzhausen, Höhr und Grenzau im Jahr 1936 in bestem „Hürder Platt“ lebendig werden (denn auch die Muttersprache gehört zur Geschichte dazu), und die Fotogruppe der GSK (Frieda Krebs, Marlies Zöller, Dieter Ehm, Rudolf Himmerich und Rolf Gerharz) folgten mit ebenso seltenen wie überraschenden Bildern aus der Geschichte der Stadt. Und bei so manchem Bild kam auch ein leises Bedauern auf – hätte man aus heutiger Sicht tatsächlich dies oder jenes abreißen müssen oder wäre es nicht wirklich besser gewesen, eine Erhaltung zu versuchen und andere Lösungen für neue Notwendigkeiten zu finden?
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Rolf P. Schwickert am Klavier begleitet von zwei wunderbaren jungen Musikern vom Musikgymnasium Montabaur, den Geschwistern Henriette (Horn) und Xanten Wolf (Posaune) – es war ein Genuss und eine Freude, diesem Trio zuhören zu können.
Dank eines großzügigen Sponsoring vom Hotel Heinz konnten sich die Besucher im Anschluss an den offiziellen Teil noch lange bei einem Glas Wein und angebotenem Fingerfood unterhalten. Vielen Dank dafür! Und so durften die Organisatoren der Veranstaltung sehr viel positive Rückmeldungen entgegen nehmen – es hat sich gelohnt!

Museum für Stadtgeschichte zu „Höhr-Grenzhausen brennt Keramik“ geöffnet

Die GSK macht mit, wenn es am 2. April 2023 wieder heißt: „Höhr-Grenzhausen brennt Keramik“.
Ab 11.00 Uhr öffnet das Museum für Stadtgeschichte am Laigueglia-Platz seine Pforten und lädt zu
einer Zeitreise in die Vergangenheit ein. Die Besucher sind immer wieder von der Vielfalt und der
Qualität der gesammelten Gegenstände und Exponate begeistert. Die Ausstellung vermittelt einen
Einblick in das alltägliche Leben der Höhr-Grenzhäuser Bevölkerung in früheren Jahren. Die Zeit-
spanne umfasst etwa das Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre. Dazu gehören Möbel,
Kücheneinrichtungen und –geräte, wie Butterfässer und Vorratsgefäße, die aus ortsansässigen Töpfer-
betrieben stammen. Genauso zu sehen sind die verschiedenen Arten, Wäsche zu waschen, bis hin zur
ersten elektrischen Waschmaschine, die noch vorwiegend aus Holz gefertigt war.

                                           

Die vollständig erhaltene Holzpfeifenwerkstatt weist auf einen weiteren neben der Keramik wichtigen
Wirtschaftszweig hin, dessen frühere Existenz heute kaum noch bekannt ist. Damit dieses Wissen nicht
verloren geht, hat die GSK im Jahr 1997 mit finanzieller Unterstützung von Sponsoren, die komplette
Holzpfeifenwerkstatt des Jean Löhner erwerben können. Die Ausstellung zeigt die verschiedenen Arbeits-
gänge von der Wurzel bis zur fertigen Holzpfeife. Parallel dazu wurde die Schaufensterausstellung im Stadtteil
Höhr zum Thema „Pfeifenherstellung im Kannenbäckerland“ in der vergangenen Woche eröffnet.